Archivierung

Lagern und Verpacken

Der Sammler steht zwangsweise auch vor dem Problem der Lagerung und Archivierung – jedenfalls sofern er seine Sammelstücke im bestmöglichen Zustand erhalten möchte. Grundlegend empfiehlt jedes Archiv unter vielen anderen die Dokumente lichtgeschützt, trocken und am Besten bei konstanter Temperatur zu lagern. Das lässt sich wohl in Wohnung oder Haus nicht immer hundertprozentig umsetzen. Aber ein verschlossener Bücherschrank erfüllt den Zweck eher, als Kisten in feuchten Kellern zu lagern oder wahrscheinlich noch schlimmer in der Garage oder im Dachboden, wo das Papier der Willkür des Wetters und ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.

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Comic-Hüllen

Gerade bei Comics bevorzugen viele Sammler transparente Folien mit einem säurefreien Backing Board ( im Endeffekt ein Knickschutz aus Pappe). Transparentes Material bietet natürlich den Vorteil, dass jedes einzelne Cover sofort sichtbar ist und in einem Karton schnell gefunden werden kann. Zusätzlich sind die einzelnen Hefte besser vor gegenseitigem Abrieb oder Verklebungen geschützt. In dieser Verpackung können die Hefte oder Bücher auch stehend gelagert werden. Shops für Comic-Hefte bieten diverse Formate und Hüllen an.
Dabei sind Hüllen aus PE (low density LDPE oder high density HDPE) zwar lebensmittelecht, dennoch befinden sich jede Menge anderer Stoffe in diesen Materialien.  PVC ist aufgrund der enthaltenen Weichmacher keine Empfehlung, da diese nach einem Faktor X in das Papier wandern können und dessen Zerstörung fördern.Hüllen aus Polypropylen (PP) sind mittlerweile bei den Comicschutzhüllen am Gängigsten. Aber auch hier liest man immer wieder, dass diese nach ca. 7 Jahren gewechselt werden sollten auch wenn PP noch PE normalerweise keine Weichmacher enthalten, dennoch verwendete Stoffe austreten können – wer weiß schon was wirklich drinnen steckt. Ferner ist weniger Zirkulation möglich und bereits in das Papier gewanderte Feuchtigkeit kann aus einer „dichten“ Hülle schlecht entweichen.

Eine Alternative zu „Plastik“, dass sowieso nach einigen Jahren wieder gewechselt werden muss, wäre Pergamin. Uns wohl am ehesten in einer dickeren Form als Butterbrotpapier bekannt. Aber Pergamin/Pergamyn gibt es auch in einer sehr feinen transparenten Variante. Diese ist zwar nicht so durchsichtig, wie eine Plastikhülle, aber dafür sehr Preiswert und alterungsbeständig und sie müssen (sollten) nicht andauernd gewechselt werden. Pergamin wird bei der Lagerung von Negativen sehr erfolgreich verwendet und kann auch in diversen Größen in vielen Onlineshops bestellt werden.

Boxen und Kartons

Für die Verpackung der Einzelhefte bietet der Fachhandel passende säurefreie Kartons und Kisten an. Diese sind perfekt geeignet, um „Säurewanderung“ von Nachbarkartons, Heften oder Seiten in das Papier und dessen dadurch verursachten Zerfall zu verringern. Sind Einzelverpackungen mit Hülle und einem Knickschutz (Backing Board) vor allem praktisch für das Durchsuchen der Sammlung oder den Verkauf auf Flohmärkten oder Börsen oder den Transport, wären sie nicht unbedingt erforderlich für die Langzeitlagerung.

Sofern man ein speziellen Sonderformat braucht, kann ich als Tipp säurefreien Tonkarton oder Museumskarton (gibt es in diversen Ausführungen) aus einem gut sortierten Papiergeschäft oder Onlinehandel empfehlen. Daraus lassen sich mit relativ wenig Aufwand individuelle Kartons und Kisten fertigen. Hat man früher das Mosaik auf einem Stapel gesammelt, empfiehlt es sich Hefte lieber einzeln in kleineren Einheiten aufzuheben. In einem großen Stapel leiden vor allem die untersten Dokumente oder Comic-Hefte natürlich am meisten. Die unschönen Folgen sind gegenseitiger Abrieb der Seiten.

Unsere Großeltern haben Bücher teilweise in Seidenpapier gelagert. Dieses bekommen sie in nahezu jedem Papier oder Bastelgeschäft. Die hellen Varianten sind fast immer säurefrei. Ein großer Bogen kostet nur wenige Cent und man kann das Papier bequem zwischen einzelne Hefte gelegt werden um Abrieb zu vermindern und das Heft vor Staub zu schützen.

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